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Zeitzeugencafé

Bei einem Zeitzeugencafé erzählen Menschen von ihren Erinnerungen und Erfahrungen einer bestimmten politischen oder historischen Situationen.

In welchem Kontext helfen Zeitzeugencafés? Warum sind sie wichtig?

Dadurch, dass im Zeitzeugencafé persönlich erlebte Geschichten erzählt werden, wird Geschichte greifbar und interessant vermittelt, was Lust macht, sich tiefergehender mit geschichtlichen Themen auseinanderzusetzen. Bei der Oral History handelt es sich um eine Form der politischen Bildung. In Zeiten von Demokratiemüdigkeit, ist es wichtig, deutlich zu machen, dass zivilgesellschaftliche und politische Veränderungen durch den Einsatz Einzelner ausgelöst wurden und niemand dem politischen Lauf der Dinge ausgesetzt ist. Ein eigener Bezug zu historischen Ereignissen kann durch Zeitzeugencafés hergestellt werden. Viele Zeitzeugen haben das Bedürfnis, über ihr Erlebtes in geschütztem Rahmen zu sprechen, zum Teil auch, um es zu verarbeiten, zumal zu DDR-Zeiten keine Aufarbeitung von (schlimmen) Erlebnissen stattfand. Je nach Thema kann ein therapeutisches Begleitangebot eingerichtet werden. Erinnerungen, Erfahrungen und Wissen werden von den Zeitzeugen weitergegeben, gesichert und für die Nachwelt bewahrt.

Wie geht das? Was ist zu beachten? Was brauche ich dafür?

Zeitzeugencafés richten sich an geschichtlich interessierte Menschen, die gerne aus der Vergangenheit von den Erinnerungen und Erfahrung derer hören, die diese Zeit in der Geschichte persönlich durchgemacht haben. Die Cafébesucher können die Zeitzeugen bei Kaffee und Kuchen kennenlernen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Das Thema des nächsten Zeitzeugencafés kann durch die Teilnehmenden festgelegt werden. Die Themen können ganz vielfältig sein: Leben in der DDR/BRD, Mauerfall, Wahlbetrug, Vertreibung, Flucht, politische Gruppierungen/Bewegungen, Konzentrationslager, Diskriminierung, die Geschichte eines bestimmten Ortes, Platzes oder Gebäudes usw. Dazu gibt es professionellen Input. Historische Fotos können ebenso gezeigt werden. Zeitzeugencafés können entweder einmalig oder in einem bestimmten Turnus stattfinden, z. B. ein Mal im Monat in einem Café, Restaurant, einer Kneipe, im Gemeindehaus oder sogar in einem Garten. Es müssen lediglich ausreichend Tische, Stühle, Geschirr, Kaffee und Kuchen da sein sowie eine gute Akustik bzw. elektrische Verstärkung per Mikrofon, sodass der hinterste Cafébesucher auch noch alles verstehen kann. Wollt ihr die Redebeiträge der Zeitzeugen aufzeichnen, müsst ihr euch zuerst ihr Einverständnis einholen. Für die Aufnahme benötigt ihr ein gutes Aufnahmegerät. Es ist eine Förderung möglich. Erkundigt euch z. B. einmal bei der Bundeszentrale für politische Bildung. Hier läuft das Programm "miteinander reden" z. B. vom 01.07.2021 bis 31.12.2023.

Der Ablauf eines Zeitzeugencafés könnte folgendermaßen aussehen:

1. Begrüßung und Bekanntmachung des Ablaufs 2. Kurze biographische Vorstellung der Zeitzeugen (evtl. Verteilung dieser an vorbereitete Cafétische) 3. Zeitzeugen beginnen mit Einstiegsthemen, weiterer Gesprächsverlauf/-themen je nach Fragen/Themen/Ansichten der Café-Teilnehmer

Welches Angebot wäre möglich?

- Aufnahme der Zeitzeugenerzählungen, um diese für die Zukunft zu konservieren - monatlich stattfindendes Zeitzeugencafé an einem bestimmten Ort - Zeitzeugencafé mit Schülern - Zeitzeugencafé im Zuge einer Gedenkveranstaltung - Zeitzeugencafé im Rahmen eines Festivals

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