Im November und Dezember 2023 führten wir unsere erste Kunstresidenz durch. Zusammen mit dem Strickzirkel Nadelspiele aus Homberg (Efze) luden wir die Textilkünstlerin Vreneli Harborth ein.
Vreneli und die Frauen aus dem Strickzirkel entwickelten zusammen ein Konzept, codierte, selbstgewählte Botschaften zu im Topflappenformat zu stricken. Der krönende Abschluss war die Ausstellung der textilen Kunstwerke und der Recherchen der Künstlerin im Residenzhäuschen, welches die Stadt Homberg (Efze) für Kunstresidenzen zur Verfügung stellt.
In ihrer künstlerischen Forschung beschäftigt sich Vreneli Harborth mit der Zuse KG, die bis in die 70er Jahre in Bad Hersfeld ansässig war. Durch ihre Recherchen über die dortige Programmierung früher Computer konnte sie so einen regionalen Aspekt zu Nordhessen herstellen. Besonders interessiert sie sich für die Frauen, die für die Zuse KG arbeiteten und die Speicherkarten herstellten. Sie kamen aus dem Ort und der ländlichen Umgebung und waren aufgrund ihres handarbeitlichen Geschicks „gut geeignet“, die kleinteiligen Ferritkernspeicher mit Kupferdraht zu „sticken“. Ihr Anteil an den ersten Computern wird in der Geschichtsschreibung selten erwähnt. Während der Zeit in Homberg (Efze) wollte Vreneli Harborth ihre Recherchen fortführen und versuchen, Zeitzeuginnen zu finden und zu befragen. In Zusammenarbeit mit dem Strickzirkel nahm sie sich vor, die Geschichte der Frauen der Zuse KG, die komplizierte Computeranweisungen mit Kupfer stickten, zum Ausgangspunkt zu nehmen, um eigene Botschaften codiert ins Textile zu übersetzen.
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