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In welchem Kontext hilft ein Bürgerbus? Warum sind Bürgerbusse wichtig?
Da der Bürgerbus von ehrenamtlichen Bürgern betrieben wird, entfallen die Personalkosten und die Fahrtkosten sind gering. Bürgerbusse fahren zu Strecken und Zeiten, die für den ÖPNV wirtschaftlich nicht rentabel sind. Räumliche und zeitliche Lücken im ÖPNV-Angebot werden geschlossen. Geschäfte, Supermärkte, Ärzte oder Apotheken können damit (besser) erreicht werden, wodurch sich die Versorgungslage vor Ort verbessert. Natürlich lernt man durch das Fahren im Bürgerbus auch Menschen in der Umgebung kennen und könnt Kontakte knüpfen. Der Zusammenhalt im Bedienungsgebiet wird gestärkt. Die Lebensqualität wird erhöht, eure Region lebendiger.
Wie geht das? Was ist zu beachten? Was brauche ich dafür?
Ihr könntet einen Bürgerbusverein gründen. Dann stellt ihr die Bedarfe eurer Mitbürger fest, damit ihr auch sicherstellt, ausreichend Nachfrage zu haben und das Bedienungsgebiet festlegen könnt. Erfasst dazu eure Bevölkerungsdichte, die Siedlungsstruktur, die möglichen Kundengruppen und alternative Mobilitätsangebote. Führt doch eine Bürgerbefragung durch!
Nun kümmert euch um ein Fahrzeug mit maximal 8 Sitzplätzen und die ehrenamtlichen Fahrer. Je nachdem, wie viele ihr habt, könnt ihr daraus euer Angebot stricken. Denkt daran, dass irgendwer auch für Wartung, Pflege und Sauberkeit des Busses sorgen muss!
Die Gemeinde unterstützt euch vielleicht bei den Anschaffungskosten und/oder Betriebskosten. Sie könnte auch als Fahrzeughalter fungieren und euren Bürgerbus versichern und warten. Verwaltungsmitarbeiter könnten euch Ehrenamtliche ebenso unterstützen. Ansonsten könnt ihr Fördermittel beantragen.
Stellt euer Konzept örtlichen Verkehrsunternehmen vor. Die profitieren von eurem Bürgerbus, indem ihr Angebot durch eures ergänzt wird. Vielleicht unterstützen sie euch ja bei der Erarbeitung eures Angebots.
Ihr müsst ordentlich an der Werbetrommel rühren. Schnupperangebote, Aktionstage, Artikel in Lokalmedien oder Flyer können dabei Helfen, Fahrgäste zu akquirieren. Zielgruppen, deren Bedürfnisse ihr mit eurem Bürgerbus erfüllt, können z. B. sein: Kinder und Jugendliche, ältere Menschen oder Pendler. Selbstverständlich darf aber niemand von dem Angebot ausgeschlossen werden, nur weil er nicht der Zielgruppe entspricht.
Eine Vernetzung mit anderen Bürgerbusvereinen oder -interessengemeinschaften ist sinnvoll, da sie euch beraten und helfen können.
Rechtliche Möglichkeiten:
Euer Bus fährt in der „genehmigungsfreien Nische“ nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 Personenbeförderungsgesetz (PBefG): Dabei unterliegt die Personenbeförderung nicht dem PBefG. Das Fahrtgeld darf die Betriebskosten der Fahrt nicht übersteigen. Ihr braucht keine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung (Personenbeförderungsschein).
Euer Bus fährt als ÖPNV-Linienverkehr nach § 42 PBefG bzw. als Sonderform des Linienverkehrs nach § 43 PBefG (z. B. Marktfahrten): Dafür braucht ihr eine Genehmigung nach PBefG und eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung (Personenbeförderungsschein). Bürgerbusvereine können die Genehmigung nach PBefG beantragen, müssen allerdings ein Vorstandsmitglied haben, das über die Sach- und Fachkundeprüfung für Straßenpersonenkraftverkehr verfügt (Teilnahme an einem Kurs von ca. 60 h, Preis: ca. 500 €). Deshalb werden die meisten Bürgerbusvereine zu Subunternehmern von Verkehrsunternehmen, die den Bürgerbus unterstützen, die Verantwortung übernehmen und sich vielleicht sogar um Wartung und Einnahmenabrechnung kümmern. Der Fahrpreis darf so hoch sein wie der ortsübliche Verbundtarif. Der Bus ist in das bestehende ÖPNV-Angebot integriert. Das gibt ihm eine größere Sichtbarkeit und kann die Nutzung erleichtern.
Welches Angebot wäre möglich?
- Ein liniengebundener Bürgerbus fährt auf einer bestimmten Route nach einem Fahrplan. Es kann z. B. neue Strecken geben oder eine bessere Anbindung an den ÖPNV. Da keine vorherige Anmeldung erforderlich ist, entfällt diese Hemmschwelle bei der Nutzung. Stimmt euch mit örtlichen Verkehrsunternehmen ab, damit ihr nicht doch die gleichen Strecken und/oder Zeiten bedient!
- Ein Anrufbürgerbus fährt nur nach Telefonanruf, um Leerfahrten zu vermeiden und auch geringe Nachfrage zu bedienen. Entweder fährt er nach Fahrplan (mit festgelegten Haltestellen und Abfahrtszeiten), zum Teil nach Fahrplan (die Startzeiten an der Abfahrtshaltestelle sind vorgegeben, aber die Zeiten an den Zwischenhalten kann der Fahrgast festlegen) oder gar nicht nach Fahrplan (der Fahrgast kann selbst die Abfahrtszeit festlegen). Es kann feste Haltestellen, Bedarfshaltstellen und/oder individuelle Ein- und Ausstiege geben. Entweder es werden nur die Haltestellen angefahren, für die Bedarf angemeldet wurde, oder Start- und Zielort werden immer bedient, dazwischen nur die Orte, für die Bedarf angemeldet wurde (dabei kann der Bus unterschiedliche Routen fahren), oder aber die Route des Busses ergibt sich komplett aus den Fahrgastwünschen. Die Anrufe bzw. Fahraufträge können durch Ehrenamtliche, ein Bürgerbüro der Kommune oder durch den Telefondienst eines Verkehrsunternehmens entgegengenommen werden.
- Kombination mit Theaterbus
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Andere Webseite
Bürgerbusverein
Alles zum Bürgerbusverein, was ihr bei seiner Gründung zu beachten habt und wie ihr die Kosten kalkuliert, erfahrt ihr auf Mobilikon.
BürgerBusse in Fahrt bringen. Stationen auf dem Weg zum Bürgerbus
Die Broschüre "BürgerBusse in Fahrt bringen. Stationen auf dem Weg zum Bürgerbus" enthält viele wertvolle Infos zur Planung, Organisation sowie Koordination eines Bürgerbusses sowie zur Öffentlichkeitsarbeit.