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In welchem Kontext hilft es, Ressourcen zu sparen? Warum ist das wichtig?
In jedem Gegenstand unserer Umgebung stecken Ressourcen. Das können zum einen wertvolle natürliche Ressourcen sein, die nicht unbegrenzt vorhanden (nicht regenerativ) sind. Durch ihren Abbau wird viel Energie verbraucht, Wasser, Boden sowie Luft verschmutzt und Natur zerstört. Doch auch bei der Produktion oder Gewinnung erneuerbarer Ressourcen werden Energie, Fläche, Material und manchmal auch Chemikalien verbraucht.
Da immer mehr Güter und Waren hergestellt werden, Bedarf es immer mehr Ressourcen als die Erde verkraften kann. Der Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere wird kleiner, weshalb viele Arten kurz vor dem Aussterben stehen. Um die Umwelt zu schützen, liegt es in der Verantwortung des Menschen, Ressourcen zu sparen. Durch einen effizienteren Ressourceneinsatz können gleichzeitig auch Kosten gesenkt werden.
Wie geht das? Was ist zu beachten?
Privat, in eurem Verein oder auf Arbeit könnt ihr dafür sorgen, dass Ressourcen gespart werden. Vermeidet Kosmetik und Reinigungsmittel mit Mikroplastik, heizt intelligent (nur so viel wie nötig, Tür schließen, Stoßlüften) und spart Strom (Geräte ausschalten/vermeiden, Tageslicht nutzen)!
Geräte mit hoher Energieeffizienz sind natürlich gut. Wenn ihr euch dafür aber erst neue anschaffen müsst und die alten stattdessen entsorgt, ist das auch nicht ökologisch. Je länger ihr eine Sache nutzt, desto besser! Ist sie kaputt und kann repariert werden, ist diese Variante (wenn auch manchmal teurer als ein Neukauf) am ressourcensparensten.
Vor jedem Kauf solltet ihr abwiegen: Brauche ich den Gegenstand wirklich? Reicht es vielleicht aus, ihn mir zu leihen? Wenn nicht, guckt, ob ihr eine gewünschte Sache nicht auch gebraucht bekommt! Und dann ist es besser, wenn nicht alltäglich genutzte Sachen von mehreren Leuten genutzt werden. Durch Miet-, Sharing- und Pooling-Angebote können Autos, Fahrräder etc. geteilt werden. Müsst ihr wirklich etwas neu kaufen, achtet beim Kauf neuer Produkte auf Reparaturfähigkeit, Langlebigkeit, Robustheit, Hochwertigkeit in der Verarbeitung, auf die Auswahl der Materialien, möglichst geringen Ressourcenverbrauch und auf die Länge der Transportwege! Das Produkt sollte so leicht wie möglich, multifunktional bzw. modular nutzbar sein, wieder- und weitergenutzt werden können. Das Siegel der "Blaue Engel" bezieht sich auch auf die Haltbarkeit von Produkten. Der Hersteller muss z. B. seine Produkte reparierfreundlich konstruieren und über längeren Zeitraum Ersatzteile für die Reparatur bereithalten.
Recyclet oder upcyclet möglichst viel! Pfand wird im Laden wieder abgegeben, nicht mehr benötigte Kleidung kann zur nächsten Kleidertauschparty, in den Umsonstladen oder ins Secondhand-Geschäft gebracht werden. Ist abgetragene Kleidung nicht mehr zum Anziehen nutzbar, könnt ihr sie upcyclen. Kauft recyclete Produkte, z. B. Recyclingtoiletten-, -kopierpapier und -schreibwaren oder Produkte aus Recyclingkunststoff! Beachtet aber: Selbst beim Recycling werden Ressourcen verbraucht (wenn auch weniger als bei der Neuherstellung). Druckt doppelseitig! Bereits einseitig bedruckte Blätter (z. B. von Briefen) könnt ihr noch einmal bedrucken. Werft Müll in die dafür vorgesehenen Behältnisse: organisches Material in den Biomüll, Plastik in den gelben Sack, Papier und Pappe in die Papiertonne, Flaschen und Gläser in die Glascontainer der richtigen Farbe!
Verwendet Wiederverwendbares oder Nachfüllbares statt Einweg! Mehrwegverpackungen, z. B. Mehrwegbecher und -schüsseln, können Einwegprodukte ersetzen. Reduziert euren Verpackungsmüll, indem ihr Produkte unverpackt kauft!
Haltet den Verbrauch von Baustoffen, Boden und Flächen so gering wie möglich, z. B. indem ihr vorhandene Bausubstanz nutzt! Ansonsten ist nachhaltiges Bauen angesagt. Als Wege sind Graswege bzw. entstandene Trampelpfade am ökologischsten. Auch durch intensive, konventionelle landwirtschaftliche Nutzung sind Böden bedroht. Allein deshalb ist es wichtig, ökologische Landwirtschaft zu unterstützen.
Zur Produktion von tierischen Produkten werden viele Ressourcen (Wasser, Futter, Treibstoffe) verbraucht, am meisten bei der Fleischproduktion. Vegetarische, besser: vegane, Ernährung wäre also ein Beitrag zum Ressourcenschutz, da der Anbau pflanzlicher Lebensmittel weniger ressourcenaufwändig ist. Kommen Lebensmittel von weit her, wurde viel Kraftstoff für ihren Transport zum Verkaufsort verbraucht. Deshalb schaut beim Einkauf auf regionale und saisonale Lebensmittel, am allerbesten vom Produzenten direkt, z. B. von einem Hofladen oder vom Markt! Kauft nur so viel, wie ihr auch verbrauchen könnt! Habt ihr zu viel oder schmeckt es euch nicht, teilt es (Foodsharing)!
Meidet Produkte (z. B. Bananen und Spargel), die beim Anbau viel Kunststoff oder andere Ressourcen verbrauchen! Der Anbau von Baumwolle benötigt z. B. sehr viel Wasser. Hanf und Leinen dagegen, deren Fasern auch zur Kleidungsproduktion verwendbar sind, wachsen schnell und ressourcenschonend; Hanf kann man sogar überall anbauen.
Reduziert euren Wasserverbrauch! Duscht z. B. statt zu baden und wascht Geschirr wassersparend ab! Nutzt Regenwasser und trinkt Leitungswasser statt welches zu kaufen! Vermeidet Chemikalien!
Am ressourcensparensten ist es, unmotorisierte Fortbewegungsmittel zu nutzen, gefolgt vom ÖPNV. Müsst ihr unhandliche Gegenstände transportieren, versucht eure Strecken mit PKW so gering wie möglich zu halten! Für regelmäßige Warentransporte könntet ihr mit örtlichen Verkehrsunternehmen kooperieren (siehe Mikrologistik).
Entwickelt weitere Ideen, wie ihr den Materialeinsatz, Verpackungsmüll und Treibstoffverbrauch reduzieren und Ausgangsstoffe wie Kunststoff ersetzen könnt, z. B. durch erneuerbare Rohstoffe!
Was brauche ich dafür?
Nur wenn man die Zusammenhänge von Ressourcenverbrauch, Produktion und eigenem Konsum kennt, kann man sein Verhalten ändern, indem man einfache Strategien entwickelt, wie bei Herstellung, Kauf und Nutzung Ressourcen geschont werden können. Bildung ist hier also ganz wichtig!
Der Arbeitskreis Abfall und Rohstoffe vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bearbeitet Probleme und Fragen bzgl. des Ressourcenerhalts. So entstanden ein ausführliches Hintergrundpapier zum Ressourcenschutz, Stellungnahmen zu Vorlagen aus dem Bundesumweltministerium und interessante Publikationen. Ihr könnt euch vom Arbeitskreis beraten lassen oder sogar ehrenamtliches Mitglied werden.
Die Umwelt- und Naturschutzorganisationen NABU beschäftigt sich mit effizientem Ressourceneinsatz und dem Sparen von Rohstoffen. Hier könnt ihr nachlesen, was es Aktuelles aus der Politik gibt, Forderungen an die Politik, Leitfäden, Stellungnahmen, Untersuchungs- und Studienergebnisse sowie Infoblätter.
Das Netzwerk Ressourcenwende ist ein Zusammenschluss von Akteuren aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft, dessen Thema die Reduktion von Ressourcennutzung ist. Es will einen Ort des systematischen, offenen und transdisziplinären Austauschs schaffen, an dem wichtige Themen bearbeitet werden, woraus sachlich fundierte Forderungen abgeleitet werden sollen. Ziel soll es u. a. sein, Rahmenbedingungen und Instrumente für eine Reduzierung des Ressourcenverbrauchs zu identifizieren und eine Vision bzw. ein positives Bild zu entwickeln, wie eine global gerechte, sozial und ökologisch nachhaltige Ressourcennutzung aussehen kann.
Die Deutsche Umwelthilfe ist eine klageberechtigte Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation, die sich v. a. auf Bundes- und Europaebene engagiert. Sie setzt sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen, für gute Umweltgesetze, z. B. für eine bundesweite Ressourcenstrategie, für nachhaltige Kreislaufwirtschaft sowie Abfallvermeidung ein und fördert umweltfreundliche Alternativen zu Einwegprodukten.