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Anders Leben, anders Arbeiten

Anders zu leben und anders zu arbeiten bedeutet, seine Lebens- und Arbeitsweise umzustellen.
GemeinschaftNachhaltigkeitDigitalisierung nutzen

In welchem Kontext hilft es, anders zu arbeiten und zu leben? Warum ist das wichtig?

KommunePolitik/Verwaltungandere ProjekteFörderkreisVerbände
Wir leben in einem Wirtschaftssystem, in welchem Geld und Wachstum eine große Rolle spielen. In diesem werden unsere wertvollen Ressourcen vielerorts verschwendet. Müll und Schadstoffe sind weitere Umweltprobleme. Das macht uns wütend, frustriert und führt zu Ohnmacht. Dagegen bei einer ökologischen, demokratischen und solidarischen Wirtschaftsweise würden die Natur und die Menschen im Mittelpunkt stehen. Auf Arbeit herrschen vielerorts (Konkurrenz-)Druck, Stress, Unmut über die Tätigkeit bis hin zu dem Gefühl, einer sinnlosen Tätigkeit nachzugehen, aber auch Angst vor Arbeitslosigkeit und damit einhergehende Existenzangst. Stattdessen sollten wir eine Arbeit ausführen und ein Leben leben, welches uns glücklich macht und erfüllt. Dazu müssen wir unseren Alltag anders gestalten, also anders leben und anders arbeiten, damit wir uns frei, selbstbestimmt und unabhängig fühlen. Wir sollten einer Arbeit nachgehen, die wir gerne ausüben, die uns erfüllt, nicht jedoch überlastet. Freizeit haben wir durch die 40 h Arbeit/Woche auch relativ wenig und damit wenig Zeit für sinnvolle Beschäftigungen. Viele Menschen tun in ihrer Freizeit keine Dinge, die sie glücklich machen. Ziele bleiben manchmal unerreicht. Dadurch sind viele Menschen unausgeglichen, unglücklich oder gelangweilt. Sie sollten also etwas an ihrem Leben ändern, um sich besser zu fühlen.

Wie geht das? Was ist zu beachten?

Mit unseren Ressourcen und der Natur sollte verantwortungsvoller umgegangen werden. Ihr solltet euch fragen, was ihr wirklich zum Leben braucht. Statt zu kaufen oder wegzuwerfen kann man Dinge reparieren, tauschen oder verschenken. Eine Arbeitsstelle sollte zur Zufriedenheit aller Mitarbeiter beitragen. Dazu trägt z. B. eine freie Zeiteinteilung, Mitbestimmung, Selbstbestimmung und ein freundschaftliches Miteinander bei. Fehler als Potenzial zu sehen, zuzuhören ohne zu bewerten, zu reflektieren und miteinander auf Augenhöhe zu arbeiten, sind dabei wichtige Eigenschaften. Schwächen sollten gestärkt, Stärken gefördert werden. Was der eine nicht kann, erledigt der andere. Was einem liegt und man mag, das kann man selbst übernehmen. Im ländlichen Raum sollten in die Entscheidungsprozesse die Bewohner der Umgebung mit einbezogen werden. Sie sollten mitbestimmen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen, um ein gutes Leben für alle zu fördern. Ob es die Eröffnung einer Bibliothek, eines Museums, einer (Selbsthilfe-)Werkstatt, eines Lagerraums, die Etablierung eines Tauschhandels (Tauschbücherschrank, Verschenkeregal, Bookcrossing), eines Umsonstladens, Unverpacktladens, Foodcoops, einer solidarischen Landwirtschaft, eines Gemeinschaftsgartens, einer Nutzergemeinschaft, einer alternativen Bildungseinrichtung, einer Freizeitbeschäftigung oder eines Gesundheits- oder Sportangebots ist. Kann jeder Bewohner diesen Ort nutzen, steigt die Lebensqualität. Aufstriche, Apfelmus, Kompott oder Fruchtsäfte kann man z. B. auch ganz einfach selbst herstellen und sich einen Jahresvorrat anlegen. Indem ihr eigene Projekte durchführt, könnt ihr selbstbestimmt arbeiten. Das könnten auch Musik-, Tanz-, Theater- oder Kunstprojekte sein. Ihr könntet Kooperativen gründen oder in einer Gemeinschaft oder in anderen alternativen Formen wohnen. Indem man mit anderen in einer neuen Struktur zusammenlebt, ist man weniger einsam, kann einander Halt geben und sich gegenseitig befruchten und bereichern.

Was brauche ich dafür?

Macht erst einmal einen Schritt in die richtige Richtung! Ihr müsst nicht von heut auf morgen eine funktionierende Gemeinschaft aufbauen, eine Genossenschaft gründen oder euer Leben radikal verändern. Alles in kleinen Schritten. Wenn ihr andere dazu motiviert, mitzumachen, ist das natürlich eine gute Sache. Welche Ideen habt ihr, wie ihr anders leben oder anders arbeiten könntet? Versucht Lösungen zu finden und sie in die Tat umzusetzen. Was braucht ihr zum Leben? Wie wollt ihr leben? Ihr könntet z. B. gucken, dass ihr nur das erarbeitet, was ihr zum Leben braucht, dass ihr Dinge wieder benutzt, weiter benutzt, repariert und weitergebt. Vielleicht wollt ihr statt einen Chef zu haben, lieber eine Gemeinschaft als Chef haben und die Kompetenzen aufteilen.

Organisationsmodelle (Menschen)

In einer Gemeinschaft/Kommune/Community kann miteinander gearbeitet, voneinander gelernt und anders gelebt werden. Diese muss nicht unbedingt Lebensmittel produzieren und vermarkten. Jeder hat seinen eigenen Wohnbereich, seinen eigenen Besitz, aber es wäre denkbar, dass alle in eine Kasse wirtschaften. Die Arbeit kann gerecht geteilt werden. Je nach Fähigkeit trägt jeder für einen bestimmten Bereich die Verantwortung. Die Aufgaben im Haushalt wechseln. Bei Arbeitsbesprechungen werden anfallende Aufgaben aufgeteilt und es wird besprochen, wer welche Maschinen, Geräte oder Fortbewegungsmittel der Gemeinschaft nutzt. Man unterstützt sich gegenseitig. Den älteren wird genauso geholfen wie den jungen Bewohnern. Ob so eine Art des Wohnens, Arbeitens und Lebens etwas für einen ist und die Chemie zu den anderen Bewohnern stimmt, kann man durch ein Probewohnen ausprobieren, z. B. für ein Jahr. Danach entscheiden die Bewohner gemeinsam, ob jemand dort wohnen bleiben darf. Es sollte nicht nach Mehrheit entschieden werden, sondern nach Konsensprinzip. So wird keiner einfach überstimmt, sondern ein Konsens wird versucht herzustellen. Gemeinschaft bringt Vorteile mit sich wie die gegenseitige Hilfe im Alltag. Aus einem Mehrgenerationenwohnen kann auch ein Mehrgenerationendorf werden, in dem z. B. die Jüngeren für die Älteren mit einkaufen und die Älteren auf die ganz Jungen aufpassen, spielen oder mit ihnen lesen oder Hausaufgaben machen. Helft euch selbst, organisiert euch selbst! Es gibt auch Wagendörfer, Ökodörfer oder andere alternative Wohnformen.

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