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Vor Ort sein

Präsenz zeigt Wertschätzung. Vor Ort sein bedeutet, Menschen dort aufzusuchen, wo sie leben und arbeiten. Mobile Angebote, aufsuchende Beratung oder Veranstaltungen in den Dörfern senken Zugangsschwellen. Diese Strategie bringt Angebote zu den Menschen statt umgekehrt. Sie ermöglicht Teilhabe und stärkt den Zusammenhalt.

In welchem Kontext helfen aufsuchende Formate? Warum sind aufsuchende Formate wichtig?

Da, wo Zielgruppen nur unzureichend erreicht werden können, z. B. weil die Menschen nicht alleine irgendwo hingehen wollen oder können, können aufsuchende Formate dies tun. Manche Leute suchen sich von selbst keine Hilfe oder nehmen keine Hilfeangebote von außen in Anspruch. Auch "stille Gruppen", die sich von selbst nicht engagieren und äußern, werden durch aufsuchende Formate angesprochen und aktiviert. Soziale, kulturelle und/oder physisch-räumliche Distanz zu potenziellen Teilnehmenden werden durch aktives Hingehen überwunden. Aufsuchende Formate sind niedrigschwellig und handlungsorientiert. Durch das Aufsuchen der Leute an ihrem Lebensmittelpunkt kann man sich ein gutes Bild über deren Lebenssituation und Hilfebedarfe machen. Man kann sie vor Ort einbinden, unterstützen, ihnen helfen, etwas in Gang bringen, Probleme lösen, Kunst und Kultur zu ihnen bringen und Begegnung und Austausch fördern. Das erhöht die Lebensqualität der Bewohner. Außerdem kann man mit Hilfe von aufsuchenden Formaten Themen sichtbar machen, über etwas informieren und Veranstaltungen ankündigen. Man kann Angebote durchführen, welche sich auf die Lebenswelt der Leute vor Ort beziehen, deren Interessen entsprechen und welche, die sie sich wünschen.

Wie geht das? Was ist zu beachten?

Aufsuchende Formate können entweder in der Häuslichkeit der mitmachenden Leute stattfinden (Hof, Scheune, Herrenhaus) oder man sucht seine Zielgruppe an ihren informellen Treffpunkten auf (Dorfplatz, Dorfgemeinschaftshaus, Kirche, Schule, Straße, Parkplatz, Garage, Fußgängerzone, Wartehäuschen, Einkaufsort, Wochenmarkt, Fest, Grünanlage, Wiese, Wald, Feld oder der Ort des zukünftigen Planungsgeschehens). Denkt euch an den Lebenswirklichkeiten der Personen, die ihr erreichen wollt, Veranstaltungen und Aktionen aus! Überlegt bei eurer Planung, welche Methoden und Didaktik ihr anwendet!

Was brauche ich dafür?

Bei den Leuten vor Ort könnt ihr mobile Elemente verwenden wie Lastenräder, Hocker, Stände, Stellwände, lange Tafel, Beleuchtung, Bodenpläne und/oder begehbare Modelle.

Welches Angebot wäre möglich?

- Beratung, Beteiligung, (politische) Bildung, Informationsstände, kurze Umfragen - Dorf-/Stadtteilprojekte - psychiatrische Arbeit, Therapie, Sozialarbeit, Streetwork, Jugendarbeit - Austausch beim gemeinsamen Essen, Frühstück, Kaffeetrinken - Gesundheitsförderung - Konzert, Theater, Kino, Kunst, Kurse und Workshops - Wanderkneipe - Aufräumaktion, Exkursion

Mögliche Kombinationen mit Werkzeugen

Aktionen, Aufräumaktionen, Bürgerbus, Bürgerenergie, gemeinsames Kochen/Essen, Sprechstunde/(offene) Beratung, Vernetzungs- und Informationsveranstaltung

Mehr erfahren

Andere Webseite

Aufsuchende politische Bildung. Eine Bestandserhebung in Deutschland 2021

Interessiert ihr euch für aufsuchende politische Bildung, könnt ihr euch Anregungen holen in dem Heft "Aufsuchende politische Bildung. Eine Bestandserhebung in Deutschland 2021" der Berliner Landeszentrale für politische Bildung. In diesem findet ihr Methoden und Gelingensbedingungen sowie viele bundesweite Projekte.

#0133
Dorf-Kneipe

Geselliges Zusammenkommen zum Kennenlernen, Netzwerken und zum informellen Ideen-Austausch. Wenn keine Kneipe vorhanden ist, kann der Abend auch reihum bei einzelnen Bewohner*innen stattfinden, die ausschenken. Eine Kleinigkeit zu essen bringt jede*r mit.

KulturSozialer OrtGemeinsinn kultivierenIdentifikation stärkenVor Ort sein

Das braucht es

Eine*r macht den Anfang! Überlegt euch einen Rhythmus, in dem ihr euch treffen wollt. Gibt es vorhandene Strukturen, in die so ein Kneipen-Abend integriert werden kann? Wo können Interessierte davon erfahren?

Das nehmen wir mit

Mehr Infos gibt's bei: Thomas Arndt (Bündnis für Demokratie und Zivilcourage e.V.): bdz@groeditz.de; https://www.deutsche-stiftung-engagement-und-ehrenamt.de/gemeinsamwirken/engagement-netzwerke/engagement-netzwerk-groeditz-sachsen/

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