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Wochenmarkt, Feierabendmarkt, Flohmarkt – Märkte sind mehr als nur Handel. Hier treffen sich Erzeuger und Verbraucher direkt, regionale Produkte finden ihre Abnehmer. Der Marktplatz wird zur Bühne für Begegnung: Am Gemüsestand entstehen Gespräche, beim Kaffeetrinken neue Ideen. Themenmärkte wie Pflanzenbörsen oder Kunsthandwerkermärkte ziehen auch überregional Besucher an. Mobile Märkte versorgen kleine Orte, Feierabendmärkte beleben Innenstädte neu. Märkte stärken regionale Kreisläufe und schaffen lebendige Orte.
In welchem Kontext helfen Märkte? Warum sind sie wichtig?
Märkte dienen der Unterhaltung und Freizeitgestaltung und sind damit anziehende Veranstaltungen für die Region. Gleichzeitig könnt ihr mit dem Veranstalten eines großen Marktes eure Grundausgaben für das ganze Jahr decken.
Wie geht das? Was ist zu beachten? Und was brauche ich dazu?
Ihr könnt euren Wochen-, Jahr-, Floh-, Trödel-, Dorf-, Handwerker-, Erntedank-, Herbst-, Weihnachts-, Ostermarkt draußen durchführen, ohne eine besondere gewerberechtliche Erlaubnis einzuholen, da der Grundsatz der Marktfreiheit gilt. Ihr könnt aber, wenn ihr wollt, nach §§ 69a Abs. 1, 60b Absatz 2 der Gewerbeordnung eine sogenannte Festsetzung eures Marktes beantragen. Damit erreicht ihr eine Privilegierung eures Marktes, wodurch ihr einen Rechtsanspruch darauf in dem genannten Zeitraum bekommt. Ein Ablehnungsgrund wäre, dass ihr als Durchführende 1. als unzuverlässig bekannt seid oder 2. weil euer Markt eine Gesundheitsgefahr darstellt oder die öffentliche Sicherheit oder Ordnung stören könnte, wovon wir ja aber nicht ausgehen. Dafür zuständig sind immer die Ordnungsbehörden.
Soll euer Markt drinnen stattfinden, benötigt ihr natürlich einen Raum, der groß genug ist, um alle Aussteller und Bescher zu fassen. Vielleicht eine Scheune? Gibt es mehr Besucher, als euer ausgewählter Platz hergibt, dürft ihr als Veranstalter nach § 70 Abs. 3 der Gewerbeordnung Leute von der Teilnahme auszuschließen.
Macht euren Markt attraktiv, indem ihr euch gute Aussteller heraussucht. Melden sich mehr bei euch als Platz haben, dürft ihr euch die anziehendsten aussuchen. Sorgt für ein ausgewogenes, vielseitiges, neuartiges, qualitativ hochwertiges Angebot! Führt ihr euren Markt zum wiederholten Male durch, dürft ihr auch bekannte Händler aussuchen, die sich bewährt haben. Schließt aber dadurch keine neuen Bewerber auf Dauer aus!
Ist euer Markt organisiert, müsst ihr jetzt nur noch ordentlich die Werbetrommel rühren, damit möglichst viele Leute auf ihn aufmerksam werden. Nutzt regionale Zeitungen, Flyer, Plakate, Website, Social Media, Mundpropaganda usw.! Und warum nur ein Mal durchführen!? Lasst ihn doch zu einer Tradition werden!
Welches Angebot wäre möglich?
- Handwerkermarkt mit regionaler Mode, Kunst, Design und Floristik
- Trödelmarkt mit Alltagsgegenständen
- Markt mit Film, Theater, Musik und Lesungen
- Markt mit Mitmachwerkstatt
Und denkt daran: Eure Besucher bekommen irgendwann Durst und Hunger!
Am Donnerstag Nachmittag lädt man Leute ein, zusammenzukommen. Wir machen vier Feierabendmärkte im Jahr und es sind zwischen 300 und 600 Besucherinnen und Besucher. Es gibt viele Stände von Leuten, die etwas im Nebenerwerb machen: Honig, Käse, Tiernahrung, Deko-Artikel, Gehäkeltes. Dann haben wir aber auch verschiedene lokale Hersteller, die selber Gin oder Brotaufstrich produzieren. Wir haben einen Biobauernhof, einen Fleischer sowie Backprodukte, regionales Eis. Immer einen Verein bäckt und macht Kaffee, um die Vereinskasse aufzubessern. Das ist so ein Event geworden. Da freuen sich alle drauf, da kommen alle Generationen. Für die Kids gibt es eine Hüpfburg. Und da nutzen wir natürlich auch die Bühne, um aktuelle Themen vorzustellen. Beispielsweise den Europäischen Dorferneuerungspreis. Was ist das überhaupt? Warum machen wir das? So können alle aus der Region ihre Anliegen mitteilen und den Anlass auch zum Netzwerken nutzen.
Wir kommen da mit einem Gesamtbudget von 8.000 € im Jahr aus. Du kannst essen, du kannst erzählen, du kannst die Kinder beschäftigen, du siehst, was du kannst. Du kannst die Einkaufstüte vollmachen. Du hast alles, aber es ist nicht zu viel oder zu aufwendig.
Mehr erfahren: https://www.westlicheboerde.de/Kultur-Tourismus/Feierabendmarkt/