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Reparatur-Werk-Statt-Demokratie – das Kulturzentrum Lüseum in Radebeul profiliert sich mit demokratischen Kunstformen. 2023 in der Reparaturwerkstatt: Hilla Steinert saß zwei Tage auf dem Neumarkt in Dresden, aus frischem Gras hat sie einen Zopf geflochten. Nebenan zogen Populisten durch die Stadt. Die Passanten konnten Wünsche aufschreiben und die Künstlerin hat diese in den Zopf eingeflochten. Das war im Rahmen des Wunderkammerfestivals 2016 des Vereins mit 33 Künstlern für 10 Tage. Dieses demokratische Kunstwerk lieg nun im Lügenmuseum und erzählt von gesellschaftlichen Prozessen, ebenso wie ein Koffer voll Kerzen, welche wie Dynamitstangen zusammen gebunden wurden und von der Friedlichen Revolution berichten. Der Prozess „Orte der Demokratie“ stärkt die Sichtbarkeit und die demokratische Praxis der Kulturinitiativen im ländlichen Raum. Es werden ca. 20 aktive Kunstorte links- und rechts der Elbe des Landkreises Meißen vernetzt und zu einer gemeinsamen Ausstellung eingeladen. Die beteiligten Orte mit ihrer landesweiten Strahlkraft bieten geeignete Anknüpfungspunkte für demokratische Bewusstseinsbildung. Zum Weinfest Radebeul werden alle Partner eingeladen sich in einem eigenen Space kreativ wirksam zu werden und sich tausenden von Besuchern zu präsentieren.
gegründet
Ort/Region
Radebeul , Meißen
Bundesland
Sachsen
Wirkungsraum
Gemeinde
Landesweit
Organisation
Freie Gruppe
Initiative
Raum
Gebäude
Der Verein „Kunst der Lüge“ wird im Rahmen „Orte der Demokratie“ kulturelle Akteure, Initiativen, Künstlerkollektive, Anwohner einladen, sich mit der Gesellschaft, Motivationen und demokratischen Strukturen auseinander zu setzen. In Zeiten steigender Komplexität und globaler Herausforderungen der Gegenwart geht es darum, die Zukunft mitzugestalten und die kreative Kompetenz der Teilnehmenden zu erweitern. Im Besonderen ist das Einzigartige und Unverwechselbare der beteiligten Akteure und Orte aufzuspüren und überzeugend nach innen und außen sichtbar zu machen. Initiatoren können mit ungewöhnlichen Aktionsformen Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung stärken, Erfahrungen und Talenten entdecken, Wissensquellen mit interaktiven Methoden erschließen. Von Seiten des Innenstadtmanagements wurde reflektiert, dass sich die Art der Veranstaltungsreihe sehr gut für Kleinstädte und Mittelzentren eignet. Mit dem wöchentlich wachsenden Charakter sowohl der Ausstellung als auch der Beteiligten konnte das Interesse aber auch die Neugier „Was hat sich seit letzter Woche geändert“ gesteigert werden.
Ziel ist die Durchsetzungskraft der Kunstorte in Sachsen und im Besonderen des Kulturzentrums Lüseums stärken. Oberbürgermeister und Stadträte der Stadt Radebeul öffneten vor elf Jahren die Türen des leer stehenden Gasthofes für das Lügenmuseum, heute Lüseum, um das kulturelle Erbe vor dem Verfall zu bewahren. Inzwischen hat sich die Initiative zu einer etablierten Institution für zeitgenössische Kunst weiter entwickelt. Das Gebäude wurde renoviert, das Lüseum in 16 Räumen aufgebaut, lokale, nationale, internationale Kunstprojekte realisiert. Die perspektivlose Lage und die harten Bedingungen in dem unsanierten Haus sind der Kreativität und zeitgenössischen Kunst durchaus förderlich. Die Praxis ist widerstandsfähig, hält die unsichere Situation aus, entwickelt Abwehrkräfte gegen Populismus und verkraftet die Niedertracht der Gegner, welche das Lüseum als Flohmarktsammlung diffamieren.
Ausgangspunkt war der Preis simul+ des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung für eine innovationsgestützte Vernetzung. Mit dem Preisgeld wurden 12 Kunstorte des Landkreises der linken und rechten Elbseite auf dem Burgplatz Meißen eingeladen und mit Improvisationen und Performances präsentiert. In einem aktiven künstlerischen und soziokulturellen Lernfeld stellten sich die Künstler der Kunstorte vor, tauschten sich in der Öffentlichkeit aus. Es entwickelte sich eine Ausstellung im Lüseum, Künstler präsentierten ihre Orte in Schubladen und Boxen. Dann folgte eine künstlerische Belebung eines leer stehenden Laden am Rathausplatz in Riesa. Anschließend wurden die im Laden entstandenen Arbeiten auf Papier in der Halle der Sparkasse Riesa präsentiert. Die Reparatur-Werk-Stat-Demokratie wird das Netzwerk der Kunstbrücke prozessorientiert weiterzuführen und in den Kulturraum weiter zu vernetzen. Die Kooperationspartner können ihre Kompetenzen und Kulturformen austauschen und übertragen.
„Visionäre Kraft und Durchhaltewillen, künstlerisches Urteilsvermögen und seine persönliche gestalterische Linie haben dem Lügenmuseum auch überregional und international Aufmerksamkeit zukommen lassen.“ Museumsverband Brandenburg. Das Lügenmuseum ist ein die Phantasie beflügelndes Ausflugsziel für die ganze Familie. Es richtet sich vor allem an Museumsliebhaber, Kunstinteressierte, Tagestouristen, Studenten, Schulklassen, Künstler, Senioren, Enkel, Pilger und internationale Gäste. Als Ort für zeitgenössische Kunst mit dadaistischem Einschlag zieht das Lügenmuseum diverse Bevölkerungsschichten an. Die Besucher werden persönlich mit einem Lügentee begrüßt und mit einer kurzen Museumsgeschichte eingestimmt. Diese fantasievolle Begrüßung hilft den Besuchern über die ersten Schwellen ihrer Vorstellungen von einem Lügenmuseums hinweg.
Beteiligte Partner Anja Dietel Innenstadtmanagerin der Stadt Riesa belebt leer stehende Geschäfte Franziska Kunath Künstlerhof Röhrsdorf, veranstaltet Symposien und Konzerte Reinhard Zabka Lügenmuseum, Besucherverkehr, Produktionsraum, Ideenschmiede Hartmut Dorschner KultUrArt Bärenstein, Musik, Vernetzung, tschechische Partner Frank Haussig, vernetzt Musikern und Veranstalter Björn Reinemer, Geschäftsführer Radebeuler Kultur e.V., Agentur Dynamite weitere Künstler, Anwohner und Akteure können mit ortsspezifischen, situationsbezogen Fähigkeiten gegenwärtige Ideen realisieren. Basislager der Exkurse bildet das Lüseum.
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Der Engagement-Wettbewerb „machen!2023“ würdigt das vielfältige Engagement in ländlichen Regionen Ostdeutschlands. Der Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Carsten Schneider, und die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) suchen die besten 100 Ideen für den Zusammenhalt bei euch vor Ort.
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