Ihr Browser ist veraltet und wird von dieser Web-App nicht mehr unterstützt. Einige Funktionalitäten könnten daher eingeschränkt oder gar nicht verfügbar sein. Um die Applikation in vollem Umfang nutzen zu können, aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neuste Version.
In den letzten Jahren sind in vielen Ortsteilen unserer 38 Dörfer umfassenden Gemeinde zentrale Begegnungsräume, insbesondere Kneipen, Konsumläden und auch einige Dorfgemeinschaftshäuser geschlossen und verkauft worden. Mit diesen Orten gingen wohnungsnahe Treffpunkte, „Nachrichtenzentralen“ und Ideenkeimzellen für alle Altersgruppen verloren. Kurzum Räume und Angebote, die es ermöglichen Zeit miteinander zu verbringen, sich zu begegnen, sich auszutauschen, Ideen für die Dörfer zu entwickeln, zu streiten (im besten Sinne), sich kennenzulernen, neue Menschen zu integrieren usw. Die Kneipe ist seit eh und je ein Dreh- und Angelpunkt für genau dies. So entstand im „Dörfernetzwerk Nordwestuckermark“ - einem Netzwerk von Nordwestuckermärker*innen, dessen Engagement für Bürgerbeteiligung und Dialogräume für Kommunalpolitik und Bürger*innen, Dörferzeitung (Lesen, was uns verbindet), Gemeindewandertag „NordWestWärts“ auch über die Uckermark hinaus wahrgenommen werden - die Idee, einer mobilen Kneipe, die von Ort zu Ort wandert. Ein mobiles Format ist eine zeitgemäße Reaktion auf den o.g. Mangel auf dem Land. Das beste Produkt unserer Wanderkneipe ist die Beziehungsarbeit. Die Wanderkneipe ist gleichzeitig „Rufkneipe“ (analog Rufbus) und unterstützt Vereine und Menschen dabei, ihr Haus, den Garten oder den Sportplatz für einen Abend/Tag oder auch regelmäßig zum lebendigen Treffpunkt zu machen. Sie macht Kommunalpolitik nach der Gemeindevertreter- oder Ortsbeiratssitzung greifbar.
gegründet
Status
In Planung
Ort/Region
Prenzlau , Uckermark
Bundesland
Brandenburg
Wirkungsraum
Landesweit
Region
Organisation
Freie Gruppe
Netzwerk
Initiative
Raum
Besonderes Fahrzeug
Ja, unbedingt. Nachmachen ist erwünscht!!! Auch die anderen Aktivitäten des Dörfernetzwerkes werden bereits gerne von außerhalb erkundet und angefragt, wie wir das denn so machen. Wir erleben, dass dieser Austausch Andere ermutigt und anstiftet. Kneipeninitiativen gibt es mehrere in unserer umliegenden Region. Aber eigentlich braucht jedes Dorf seine Kneipe oder eben viele Dörfer eine Wanderkneipe. Unsere Wanderkneipe verbindet gesellige Gemeinschaft mit demokratischer Gesellschaft. Was daraus entsteht? Demokratische Geselligkeit! Die Bürgerstiftung Barnim Uckermark, die die Initiative mitträgt, die Dorfbewegung Brandenburg, aber auch Netzwerke aus Nachbargemeinden und nicht zuletzt das Netzwerk „Engagiertes Land“ der DSEE sorgen für Strahlkraft. Die Wanderkneipe wird vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda und Erleben bekannt gemacht. Den Rest erledigt unsere Dörferzeitung „NordWestUMSCHAU“, die mehrmals im Jahr zusammen mit dem Amtsblatt in jedem Briefkasten landet. Unsere Webseite www.38-unter-einem-hut wird um eine Rubrik erweitert. Und die lokale Presse unterstützt auch bei der Bekanntmachung.
Viele Einwohner*innen der Gemeinde Nordwestuckermark haben den Eindruck, dass der Kontakt zwischen den Menschen in und zwischen den Dörfern, aber auch zwischen der Kommunalpolitik und den Bürger:innen vor Ort abhandengekommen ist. Ein vermehrtes Gefühl von "die da oben" äußert sich in Desinteresse und Ablehnung an demokratischen Entscheidungsprozessen und weniger Engagement für das Gemeinwohl. Die verlorengegangene Autonomie der Dörfer hinterlässt ein Ohnmachtsgefühl. Eine Identifikation mit der Großgemeinde Nordwestuckermark fehlt häufig. Die 38 Dörfer unserer Gemeinde kennen einander kaum, haben nur wenig miteinander zu tun. Demokratiefeindliche Tendenzen verfangen. Um hier entgegenzuwirken braucht es neue Formate mit breiter Wirkung für Kennenlernen, Kommunikation, Vernetzung, Beteiligung und Engagement. Steht die Dörferzeitung (die das Dörfernetzwerk seit diesem Jahr herausbringt) unter dem Motto „Lesen, was uns verbindet“, so will die Wanderkneipe „erleben, was uns verbindet“.
Die Wanderkneipe ist Experiment und Leuchtturmprojekt zugleich. Sie nutzt den breiten Erfahrungsschatz der Menschen vor Ort und ist gleichzeitig eine Bürger*innen-Idee mit einigermaßen ungewissem Ausgang. Es gibt eine ehrenamtliche „Kerngruppe“, die das Projekt verantwortet und vorantreibt, die sich um den notwendigen Rahmen (z.B. Schankgenehmigung), die PR und die Organisation der Kneipenabende (Orte, Kooperationspartner, Verantwortlichkeiten) kümmert. Die Wanderkneipe startet mit einem zunächst einfachen Anhänger, beladen mit Kneipenequipment, später kann es auch ein ausgebauter Bäckerwagen werden oder ein vergleichbares Gefährt, dass zur Kneipe umgebaut wird und neben der Gastroausstattung auch Stauraum für Tische, Bänke und Sonnenschirme bietet. Die Wanderkneipe findet zunächst 1x im Monat an verschiedenen Orten, in verschiedenen Dörfern an den dortigen zentralen Treffpunkten (vor Dorfgemeinschaftshäusern, Feuerwehr, Dorfplatz) statt und baut dort Tische und Bänke auf, dockt sich an Veranstaltungen an (Dorffeste, Gemeindevertretersitzungen etc.). Im Winter werden die Dorfgemeinschaftshäuser Gastgeber der Wanderkneipe und werden so mit neuem Leben gefüllt. Gleichzeitig werden dort vorhandene Freizeitangebote häufiger genutzt bzw. (wieder)belebt. Das Kneipenteam bildet Tandems aus mehr oder weniger erfahrenen Kneipenwirt*innen und ortskundigen Freiwilligen.
38 Dörfer hat unsere Gemeinde. 38 sind ganz schön viele, ganz schön unterschiedlich und ganz schön weit auseinander. Von Zollchow bis Fürstenwerder, von Warbende bis Holzendorf - uns liegen alle 38 und ihre 4.200 Menschen - und ja, auch die meisten Teilzeit-Nordwestuckermärker*innen („unsere Berliner“) - am Herzen. Der 67-jährige Ortsvorsteher, der sein Amt schon seit gefühlt 100 Jahren ausübt und beklagt, dass ja niemand mehr etwas mache und überhaupt die große Politik an allem schuld sei. Er erlebt, dass sich etwas bewegt, dass er gehört und ernst genommen wird, dass durchaus Menschen Verantwortung übernehmen, dass diese Menschen es vielleicht anders machen, als er es gewohnt ist. Die Wanderkneipe erreicht verschiedenste soziale Gruppen und schafft Verbindungen. Die Wanderkneipe macht Menschen zu Nachbarn. Zugezogene erfahren, was lebenswerte Dörfer bedeuten, z.B. dass es Jemanden braucht, die die 79-jährige Frau Meyer von schräg gegenüber zum Arzt fährt, weil es keinen Bus gibt.
Das „Dörfernetzwerk Nordwestuckermark“ ist ein etablierter Zusammenschluss engagierter Bürger*innen, die sich alle vier Wochen treffen und bereits zahlreiche Projekte und Ideen für die Gemeindeentwicklung angestoßen (s.o.). Im Zentrum der Netzwerkarbeit steht eine möglichst breite Beteiligung und Teilhabe der Menschen in unserer Gemeinde. Kooperationspartner*innen und Unterstützer*innen der Wanderkneipe sind: die Dorf“kümmer“*innen, Gemeindeverwaltung, die Ortsbeiräte und Gemeindevertretung, Förderverein Nordwestuckermark, Dorf-, Kultur- und Sportvereine, die Freiwillige Feuerwehr Nordwestuckermark, aber auch die Pflege-vor-Ort-Stammtische und natürlich die Bürgerstiftung Barnim Uckermark Sie bilden zusammen einen sicheren Projektrahmen, der Beteiligung, Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein garantiert. Darüber hinaus ist die Kooperation mit regionalen Produzent*innen (Kelterei, Bäckerei, Brauerei) und Händler*innen (Kaufmann Fürstenwerder) ein wesentlicher Schwerpunkt.
Dieser Steckbrief wurde aus einer anderen Datenbank übernommen. Melde dich als Projektinitiator*in an, um die Daten zu bearbeiten.
Der Engagement-Wettbewerb „machen!2023“ würdigt das vielfältige Engagement in ländlichen Regionen Ostdeutschlands. Der Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Carsten Schneider, und die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) suchen die besten 100 Ideen für den Zusammenhalt bei euch vor Ort.
Zur Sammlung hinzugefügt!
Aus Sammlung entfernt