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Konflikte lösen

Ein Konflikt entsteht, wenn unterschiedliche, miteinander unvereinbar erscheinende Interessen, Ziele, Sichtweisen, Erwartungen, Vorstellungen oder Werte aufeinandertreffen.

In welchem Kontext hilft es, Konflikte zu lösen? Warum ist das wichtig?

Konflikte gehören zum Alltag menschlichen Zusammenlebens. Sie können zwischen einzelnen Personen, Institutionen, innerhalb einer Gruppe oder zwischen verschiedenen Interessensgruppen auftreten. Der Konfliktpartner muss nicht am Projekt selbst mit beteiligt sein. Es kann sich ebenso gut um eine Person aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft oder Regionalentwicklung handeln. Konflikte müssen auch gar nicht offen zu Tage treten, sie können sich genauso durch Zurückhaltung, geringe Offenheit oder Spannungen äußern.

Wie entstehen Konflikte?

Die eigentliche Ursache von Konflikten ist die Angst vor Veränderungen wegen neuer, ungewohnter Ideen oder die Sorge vor deren Auswirkungen, die Angst vorm Verlust an Entscheidungsbefugnissen oder Ressourcen, Konkurrenzdenken, die falsche Chemie zwischen zwei Menschen, ein Vorkommnis aus der Vergangenheit oder gegenseitiges Misstrauen. Konflikte sind gar nicht so schlecht. Denn sie machen Probleme sichtbar und sorgen dafür, dass notwendige Entscheidungen getroffen werden. Die wenigsten Konflikte verebben oder lösen sich von selbst. Wegen verneinten oder unterdrückten Konflikten bleiben notwendige Klärungen bzw. Entscheidungen aus und Kooperationen können zerbrechen, Opponenten entstehen. Deshalb ist es wichtig, dass wir kritische Punkte bzw. Interessenkonflikte frühzeitig ansprechen und klären. Dabei ist es gut, mögliche Gegenargumente vorwegzunehmen. Mögliche Interessenkonflikte müssen sowohl bei der Rekrutierung der Kooperationspartner als auch bei Ziel-, Strategie- und Maßnahmenformulierungen berücksichtigt werden.

Welche Arten von Konflikten gibt es?

  • Wertkonflikte behebt man durch sachliche Auseinandersetzung mit den Wertvorstellungen der beiden Konfliktparteien und durch Einbeziehung beider bei der Ziel-, Strategie- und Maßnahmenformulierung.
  • Zielkonflikte vermeidet man, indem Ziele gemeinsam entwickelt und verschriftlicht werden. Wichtig sind gutes Projektmanagement mit Kommunikation und Information, geregelte Kompetenzen und klare Aufgabenverteilungen.
  • Prozesskonflikte (also Konflikte beim Weg zum Ziel) vermeidet man durch Transparenz, Informationsaustausch, offene Kommunikation, einem klaren Konzept, Projektmanagementwerkzeugen, die Integration von Entscheidern, die prozessbegleitenden Analyse und Optimierung.
  • Verteilungskonflikte (also Konflikte bei der Verteilung von Ressourcen oder Aufgaben) vermeidet man durch das Offenlegen von Ressourcen, durch Beteiligung aller am Verteilungsprozess, durch gemeinsames Aufstellen von Regeln und Verteilungskriterien, durch die Verteilung nach Eignung und Zuständigkeit und durch das Einschalten eines neutralen Moderators.
  • Sachkonflikte (also Konflikte durch das Infragestellen von Nutzen, Projekten oder Aktionen) vermeidet man durch die Zusammenstellung eines interdisziplinären Teams nach Sachkompetenz, durch Einbeziehung von Experten, durch das Vermeiden von Konkurrenzsituationen und durch eine Einigung auf eine gemeinsame Strategie.
  • Beziehungskonflikte (also durch unterschiedliche Gefühle oder Einstellungen entstandene Konflikte) vermeidet man durch das Schaffen einer guten Vertrauensbasis, durch gute, häufige Kommunikation und Interaktion, durch die Berücksichtigung der Beziehungsebene bei der Zusammenstellung der Projektbeteiligten und durch Entwicklung und Fixierung gemeinsamer Werte, Visionen und Regeln.

Was brauche ich also, um einen Konflikt zu vermeiden bzw. zu lösen?

Einen Projektleiter oder Moderator, der die Bedürfnisse, Stimmungen und Meinungen der anderen stark in den Mittelpunkt rückt und der Meinungsverschiedenheiten und Differenzen frühzeitig voraussieht. Ist der Konflikt erst einmal da, muss der Konflikthintergrund und die Konfliktursache schnell erkannt, der Konflikt frühzeitig thematisiert und zu einer Entscheidung beigetragen werden, um den Konflikt letztendlich zu lösen.

Wichtig ist dann: Die Konfliktbeteiligten müssen so schnell wie möglich festgestellt, Konfliktquellen aufgespürt und die Konfliktparteien zum gemeinsamen Gespräch zusammengebracht werden. Kritiker müssen zu Wort kommen gelassen und auf unterschiedliche Positionen und Gegenargumente eingegangen werden. Mit Daten und Fakten kann Überzeugungsarbeit geleistet werden. Man kann aber auch immer an die Vernunft der Kontrahenten appellieren.

Wägt immer ab, ob eure Konfliktlöungsstrategie sowie ihr selbst, die den Konflikt lösen sollt, auch wirklich zur Konfliktlösung geeignet seid! Nehmt euch sonst eine andere dritte, neutrale Person dafür, z. B. einen ausgebildeten Mediator, oder macht selbst eine Mediatorenausbildung oder ein Coaching im Lösen von Konflikten!

Weiterführende Informationen

  • Der Förderverein Mediation im öffentlichen Bereich (www.umweltmediation.info) ist ein Fachnetzwerk natürlicher und juristischer Personen, welche sich ehrenamtlich für Konfliktbewältigung im öffentlichen Bereich einsetzen. Er dient dem Erfahrungsaustausch und gegenseitigem Lernen.
  • Folgendes Buch vermittelt mit Beispielen, Praxisblättern und Übungen leicht verständlich und praxisnah die Grundlagen er Mediation: Dulabaum, Nina L. (2009): Mediation: Das ABC. Die Kunst, in Konflikten erfolgreich zu vermitteln. Weinheim, Basel.
  • In dem praxisnahen Handout Grundlagen Konfliktbearbeitung/Konfliktmanagement (https://www.efas-web.de/files/teges/Teges_Handout_Konflikt_FINAL_SCREEN.pdf) werden die Stufen eines Konflikts, die Reflexion des eigenen Konfliktstils und das methodische Handwerkszeug, um Konflikte rechtzeitig zu erkennen und gelingend zu lösen, vermittelt.

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