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Künstlerische Intervention bezeichnet sowohl das Eingreifen mit Hilfe von Kunst im öffentlichen Raum, welches aus freien Stücken passiert, oder auch das Hereingehen von Künstlern in Organisationen, um Veränderungen oder Prozesse anzustoßen.
In welchem Kontext hilft künstlerische Intervention? Warum ist künstlerische Intervention wichtig?
Mit künstlerischer Arbeit kann man gesellschaftliche und persönliche Ressourcen entdecken, entwickeln und sich ausdrücken. Kreativität ist ein Motor gesellschaftlicher Entwicklung. Professionell unterstützt kann man in Kunstprojekten Fehler, falsche Muster und Routinen finden und Defizite ausgleichen, man kann selbst reifen und andere sozial integrieren.
Künstler greifen mit ihren Aktionen in die Gesellschaft ein. Sie erforschen Prozesse, bearbeiten Fragestellungen und Herausforderungen, hinterfragen Routinen, geben Perspektivwechsel und damit Impulse für Veränderungen oder Neuerungen bzw. Innovationen. Künstler wirken als Magnet für Touristen und Neuansiedler im ländlichen Raum.
Es gibt Unternehmen, welche sich Künstler dazu holen, um bestimmte Problemstellungen oder Herausforderungen, z. B. bzgl. der Teambildung, zu bearbeiten. Künstlerische Intervention bringt frischen Wind und lässt die Motivation, den Mut, das Selbstvertrauen und die Offenheit und Neugierde gegenüber Neuem wachsen. Dadurch sind Mitarbeiter zufriedener und produktiver, wodurch der Umsatz wächst. Bevorstehende personelle Krisen werden verhindert oder begrenzt. Die Mitarbeiter lernen, mit Fehlern positiv umzugehen, sie zu akzeptieren und sie für Erkenntnisse und Schlussfolgerungen zu nutzen. Sie erweitern ihren Blickwinkel und kommen zu neuen Denkweisen, weshalb Ideen gefunden werden, neue Ergebnisse und Innovationen entstehen und ein erfolgreicher Wandel stattfinden kann. Das Gemeinschaftsgefühl, der Zusammenhalt, die Kooperation und der Austausch werden gestärkt. Transparenz wird geschaffen, Informationsflüsse werden verbessert. Dadurch können Probleme und Defizite vor dem Auftreten einer Krise gefunden und beseitigt werden. Durch die Kreativität, welche die Mitarbeiter als Werkzeug mitbekommen, können sie bestehende Arbeitsprozesse optimieren. Die neuen Perspektiven können Teil der Organisation werden.
Wie geht das? Was ist zu beachten? Was brauche ich dafür?
Künstlerisch intervenieren, also eingreifen, kann man in Dörfern, Städten, Landschaften, in Objekte, Menschen oder Themen. Erst einmal braucht ihr einen Raum in der Öffentlichkeit (entweder innen oder außen), in dem ihr euer künstlerisches Projekt umsetzen wollt. Thematisiert kulturelle, gesellschaftlich-soziale, räumliche, funktionale und materielle Aspekte des Veränderten, z. B. den Gegensatz von Macht und Machtlosigkeit! Ihr könnt auch einer konkreten Fragestellung nachgehen. Ihr könnt Materialien jeder Art verwenden, genauso wie gegenstandslose, flüchtige Materialien wie Licht, Bewegung, Klang und Zeit. Macht euch eine Ideenskizze, bevor ihr euer Kunstwerk herstellt! Nutzt dazu Bühne, Tonstudio, Atelier, Computer, Fotolabor, Ausstellungsräume oder Werkstätten!
Am Ende müsst ihr euer Werk öffentlich präsentieren, z. B. im Rahmen einer Ausstellung.
Welches Angebot wäre möglich?
- Gemeinschaftsausstellung in leerstehender Immobilie
- Theater, Tanz, Musik, Film, Fotografie, Bild, Comic, Skulptur, Gebautes, Geschriebenes, Designtes, Collage, Poetry Slam, Lesung, Flashmob
- KreativLabs, z. B. Design Thinking, zur Dorfentwicklung mit Dorfbewohnern
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Zertifikatskurs Künstlerische Interventionen in der kulturellen Bildung
Für Kunstschaffende gib es den bundesweiten Zertifikatskurs Künstlerische Interventionen in der kulturellen Bildung. Damit bekommt man den Nachweis, dass man künstlerisch hochwertige Arbeitsprojekte in der kulturellen Bildung qualifiziert durchführen kann. Er findet an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel statt und Kursgebühren, Übernachtung und Verpflegung werden von der Stiftung Mercator übernommen.
DGSF-zertifizierte Weiterbildung zum Künstlerisch-Systemischen Therapeuten
Die DGSF-zertifizierte Weiterbildung zum Künstlerisch-Systemischen Therapeuten der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW, in der es ebenso um künstlerische Intervention geht, geht über 2 Jahre. Der Kurs teilt sich auf in 9 Phasen, sodass sich insgesamt 240 Unterrichtseinheiten ergeben. Für die Teilnahme an der Weiterbildung sind Vorerfahrungen in künstlerischer Praxis und Beratung oder Pädagogik erwünscht.