Ihr Browser ist veraltet und wird von dieser Web-App nicht mehr unterstützt. Einige Funktionalitäten könnten daher eingeschränkt oder gar nicht verfügbar sein. Um die Applikation in vollem Umfang nutzen zu können, aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neuste Version.
In welchem Kontext helfen Ausstellungen? Warum sind Ausstellungen wichtig?
In Ausstellungsräumen wird gesammelt, bewahrt, ausgestellt und erforscht. Durch eine Ausstellung können Exponate und Wissen mit der Welt geteilt werden. Dabei kann sie komplexe Themen anschaulich und unterhaltsam vermitteln. Ausstellungsräume können Teil des kulturellen Schatzes und kollektiven gesellschaftlichen Gedächtnisses sein. Ausstellungen können auch Trends für die Gegenwart beeinflussen.
Ausstellungen sind als Orte der Begegnung und des Austauschs soziale Ereignisse. Es findet i. d. R. eine mehrseitige Kommunikation statt, bei der der Austausch zwischen Ausstellung, Besuchern und Mitarbeitern ermöglicht und gefördert wird.
Es können mit Hilfe von Ausstellungen einer breiten Masse künstlerische Werke, Produkte, andere Gegenstände oder Dienstleistungen dargestellt, präsentiert und bei Bedarf vermarktet werden. Der Ausstellende kann sich durch seine Ausstellungsstücke positionieren. Vom Publikum gibt es Resonanz und der Ausstellende kann sich einen Namen machen.
Wie geht das? Was ist zu beachten? Was brauche ich dafür?
Beginnt bereits 2-3 Monate vor Ausstellungseröffnung mit der Planung, damit ihr genug Zeit für die Vorbereitungen habt! Erstellt einen Kosten- und Finanzierungsplan!
Veranstaltungsort kann jede geeignete öffentliche oder private Räumlichkeit sein. Oft sind Ausstellungen im Museum, einer Galerie, Halle, Bibliothek, Kirche oder dem Rathaus zu finden. Aber auch Vereine, Arztpraxen, Geschäfte, Gemeindezentren, Dorfhäuser, Cafés, Restaurants, die Stadtwerke, eine Bank oder andere Firmen und Institutionen könnten euch einen Ort bieten. Fragt nach, wo ihr Räumlichkeiten kostenlos oder zumindest günstig nutzen könntet! Vielleicht könnt ihr auch ein leerstehendes Gebäude (zwischen-)nutzen. Besucht die Räumlichkeiten anfangs, um euch einen Überblick zu verschaffen! Wichtig ist, dass der Boden tragfähig genug, dass der Raum groß genug ist und dass die Ausstellung nicht dem Ort entgegenspricht (z. B. darf eine Ausstellung über Prostitution nicht in einer Kirche stattfinden und eine Ausstellung auf einem Friedhof nicht die Friedhofsruhe stören). Fragt, bevor ihr etwas an die Wand anbringt, ob ihr das dürft!
Wählt ein Ausstellungsthema aus, welches möglichst viele Leute anspricht! Je spezifischer ihr es wählt, desto interessanter klingt es. Welche Botschaft soll eure Ausstellung vermitteln (Bild, Phänomen, Gefühl, visuelle Technik)? Nun braucht ihr einen Titel, welcher auf das Thema hinweist und Aufmerksamkeit erregt. Welche Zielgruppe wollt ihr ansprechen?
Dann benötigt ihr Ausstellungsobjekte (Exponate), welche das Thema widerspiegeln, mit derer Hilfe ihr interessante Geschichten erzählen könnt. Sind die Exponate eher klein, sollten mehr davon ausgestellt werden als wenn sie groß sind. Erstellt, sammelt, leiht oder kauft Exponate! Fragt andere Leute, ob sie Lust haben, etwas mit euch zusammen zum Thema oder im ähnlichen Stil auszustellen! So wird eure Ausstellung vielseitiger und ausgewogener und ihr könnt euch die Kosten teilen (Veranstaltungsort, Rahmungen, Werbung, Genehmigungen)! Eine andere Möglichkeit wäre eine Ausschreibung. Wichtig ist es in jedem Fall, frühzeitig über die Bedingungen zu sprechen und diese schriftlich festzuhalten. Habt ihr eine Haftpflichtversicherung für den Ausstellungsort abgeschlossen, müsst ihr nicht zur Verantwortung gezogen werden, wenn ein Gast den Ort oder ein Exponat beschädigt.
Für die Exponate braucht man meist Rahmenund/oder Vitrinen sowie Beschilderungen, z. B. Schautafeln. Bei vielen Galeristen kann man sich Rahmen usw. leihen, allerdings erwarten sie eine Provisionsbeteiligung von bis zu 50 % der Einnahmen der verkauften Kunstwerke. Von einer Ausstellungsagentur könnt ihr eure Ausstellung auch organisieren lassen; das kostet aber ebenso.
Holt euch Unterstützer für den Einzug von Exponaten und Einrichtung, das Rahmen (wenn ihr rahmen müsst) und die Beleuchtung! Der Raum sollte so ausgeleuchtet werden, dass die Besucher die Objekte gut erkennen und die Beschriftungen und Infotafeln gut lesen können bzw. eine bestimmte Stimmung erzeugt wird. Versetzt euch beim Aufstellen der Exponate immer in die Rolle des Besuchers!
Beschildert die Wege, die der Besucher gehen soll, und/oder die verschiedenen Teile eurer Ausstellung! Stell- bzw. Trennwände sind gute Abgrenzungen zur Raumtrennung. Mit einer Skizze, Grafik oder sogar einem Miniaturmodell der Ausstellung könnt ihr euren Besuchern eine Übersicht geben.
Dadurch, dass die Besucher Beziehungen zu Ausstellungsgegenständen aufbauen, durch räumliche Wirkung, textliche Präsentation, Vermittlung durch Mitarbeiter und geschickte Inszenierung können vermittelte Botschaften verstärkt werden. Verwendet verschiedene Medien, um eure Ausstellung unterhaltsam und abwechslungsreich zu gestalten (Bilder, Fotos, Grafiken, Videos, Audioclips, Blätterkataloge, Dinge zum in-die-Hand-Nehmen, Plastiken)! Baut den ein oder anderen Höhepunkt mit ein! Auch Dichter oder Musiker könnten z. B. in der Ausstellung auftreten. Baut ihr von Zeit zu Zeit um und nehmt neue Exponate und Ausstellungsteile mit hinein, wird sie für ehemalige Besucher interessant für einen zweiten Besuch. Mit einer Jahreskarte könnt ihr Besucher längere Zeit an euch binden, sofern ihr auch genug Unterschiedliches bieten könnt, damit es sich lohnt, immer wieder vorbeizukommen.
Setzt euch ein festes Datum des Ausstellungsbeginns, um den Ausstellungsort zu reservieren und rechtzeitig Werbung machen zu können! Die Öffnungszeiten müssen so gelegt werden, dass auch Schüler, Studenten und Berufstätige die Möglichkeit haben, sich die Ausstellung in ihrer Freizeit anzuschauen. Habt ihr großes Vertrauen in die Menschen, muss theoretisch kein Mitarbeiter vor Ort sein. Ihr könntet an den Ein- oder Ausgang eine Kasse des Vertrauens stellen. Seid ihr vor Ort, steht parat, um Fragen von Besuchern zu beantworten!
Am Ausgang der Ausstellung könnt ihr ein Gästebuch hinlegen, in welches sich eure Besucher verewigen können. Wird darin negative Kritik geübt, wisst ihr genau, wo in eurer Ausstellung Verbesserungsbedarf besteht.
Erzählt euren Mitmenschen bereits von eurer Ausstellung, wenn ihr noch an ihr arbeitet! Bittet Familie, Freunde und Kollegen, das weiterzuerzählen! Euer Ausstellungsort kann ebenso darüber berichten. Alles Gedruckte zur Werbung (Katalog, Plakat, Flyer, Broschüre, Einladungskarte usw.) sollte in einem Design sein und Datumsangaben, Öffnungszeiten, Ort, Eintritt, Art der Ausstellung und Art der Exponate beinhalten. Hängt oder legt sie an öffentlichen Orten aus, an denen möglichst viele Leute vorbeikommen! Vergesst bei den personalisierten Einladungen nicht die Leute, die euch bei der Orga und Vorbereitung geholfen haben, z. B. Sponsoren und Zeitungsmitarbeiter, die nett über eure Ausstellung berichtet haben! Verschickt z. B. Fotokarten, auf welchen Exponate abgebildet sind! Werbt in der Lokalzeitung (ladet die Presse ein!), dem regionalen Radiosender und auf Social-Media-Kanälen wie Facebook und Instagram, auf einer Webseite, in einem Blog und/oder via Newsletter, in welchen sich eure Besucher eintragen können, um über Neuigkeiten informiert zu werden. Postet viele Bilder!
Durch eine unvergessliche Ausstellungseröffnung mit einem guten Abendprogramm, welches eure Exponate in Szene setzt, macht ihr auf die Ausstellung aufmerksam, könnt Kontakte knüpfen und ein Netzwerk aus Interessierten aufbauen, was wiederum auch für das Veranstalten der nächsten Ausstellung wichtig ist. Die Erzählungen der Ausstellungsbesucher im Nachhinein sind eine gute Werbung. Am Wochenende haben die meisten Leute frei und möchten unterhalten werden. Dagegen ist in der Zeit um Feiertage herum die Konkurrenz durch andere Freizeitangebote und Veranstaltungen sehr groß.
Betreiberkonzepte
Der Eintrittspreis darf nicht zu hoch sein, damit jeder die Möglichkeit hat, sich die Ausstellung anzuschauen. Ihr könnt am Ausgang der Ausstellung um Spenden bitten.
Auch Sponsoren könntet ihr euch suchen. Ein Sachsponsor kann benötigte Materialien stellen (Podeste, Rahmen, Befestigungsmöglichkeiten etc.), ein Geldsponsor (wie der Name schon sagt) Geld. Per Vertrag wird festgelegt, dass der Sponsor zahlt und ihr als Aussteller sein Logo sichtbar anbringt. Potenzielle Sponsoren solltet ihr immer persönlich aufsuchen. Bereitet euch im Vorfeld gut auf das Gespräch vor!
Eine andere Möglichkeit wäre es, einen Verein zu gründen und die Ausstellung durch die Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder zu finanzieren. Dann könnt ihr auch Fördermittel beantragen. Vielleicht unterstützt euch ja auch euer Landkreis, die Gemeinde oder Stadt, z. B. indem euch Räume kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.
Welches Angebot wäre möglich?
- dauerhafte Ausstellung: Sammlung (z. B. im Museum)
- zeitlich begrenzte Ausstellung, z. B. Wanderausstellung (an anderem Ort neu aufgebaut) oder Sonderausstellung (thematisch)
- Accrochage: Künstler stellt eigene Gemälde in kommerziell ausgerichteter Galerie aus
- Fotoausstellung
- Open-Air-Ausstellung
- Mitmachausstellung/interaktive Ausstellung/Erlebnisausstellung: Interaktion der Besucher mit den Exponaten (z. B. Kindermuseum, Science Center, Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne)
- kommerziell orientierte Ausstellung: Vorstellung von Produkten und Dienstleistungen (z. B. Messen)
- Offspace (Projektraum), Schaudepot, Epochen-/Stilraum
- Ausstellungsthemen: Kultur (z. B. Kunst, Kunsthandwerk, Volkskunst), Politik, Wissenschaft (z. B. Geschichte, Archäologie, Technik)
- Mahn- und Gedenkstätte
- Kooperation mit Schulen/Kitas
- Ausstellungseröffnung/Vernissage: Begrüßungsgetränk, evtl. Snacks, kurze Rede (Begrüßung, Bedanken fürs Kommen, Erklären Projekt, was erwartet die Besucher? Warum Thema gewählt?), evtl. weitere Reden (z. B. Vorstellung der Künstler), evtl. Musik (Musiker/DJ), evtl. Führung, evtl. Enthüllung eines neuen Exponats, Abschiedsrede (Verabschiedung der Besucher)
- Nutzung des Ausstellungsraums für Festivals, Konzerte, als Bühne oder für (Vor-)Lesungen
Arbeitskreis Ausstellungen des deutschen Museumsbund
Der Deutsche Museumsbund hat den Arbeitskreis Ausstellungen ins Leben gerufen, in welchem sich die Mitglieder austauschen, zweimal jährlich Fachtagungen abhalten und Wissenstransfer mit anderen Organisationen, Institutionen, Wissenschaftlern und Unternehmen betreiben. Dabei geht es vor allem um Konzeption, Planung, Gestaltung, Abwicklung und Umsetzung von Dauer-, Sonder- und Wanderausstellungen. Es gibt auch einen digitalen Verteiler, über den Anregungen und Infos zur praktischen Arbeit vor Ort weitergegeben werden.
Bildungseinrichtungen, Institutionen, Vereine, Initiativen und Aktionsgruppen können von der Friedrich-Ebert-Stiftung kostenfrei eine ganze Ausstellung leihen, z. B. die aus 7 Schaubildern bestehende Ausstellung zum Thema Migration. Auch kurze Videos wurden zu dem Thema produziert. Die Stiftung hilft bei der Organisation der Eröffnungsveranstaltung und dem Begleitprogramm (Eröffnungsvortrag, Führungen, Workshops).
Wie organisiere ich meine erste eigene Ausstellung?
Auf der Seite vom Artina Magazin findet ihr den Artikel "Wie organisiere ich meine erste eigene Ausstellung?". Dabei geht es um die richtige Auswahl sowie das richtige in-Szene-Setzen von Bildern, wie man vorgehen muss, um bei Veranstaltern seine Bilder ausstellen zu können, wo man eine Kunstausstellung und wie man eine Vernissage veranstaltet.
Für die Durchführung von Ausstellungen können in Stuttgart vom Zentrum für Bildende Kunst und Intermediales Gestalten (ZKIS) Materialien geliehen werden. Für den Transport und das Aufstellen seid ihr allerdings selbst zuständig. Zu leihen gibt es Rahmen (für Passepartoutgröße 70x100 cm und 70 x 50 cm), Stellwände (110x140, 110x150, 110x160 cm), Podeste (40x40x40, 40x40x80, 40x40x120 cm) und Vitrinen.