Ihr Browser ist veraltet und wird von dieser Web-App nicht mehr unterstützt. Einige Funktionalitäten könnten daher eingeschränkt oder gar nicht verfügbar sein. Um die Applikation in vollem Umfang nutzen zu können, aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neuste Version.
In welchem Kontext hilft die Arbeit mit Kindern? Warum ist das wichtig?
Bei der Arbeit mit Kindern wird beobachtet, gespielt, gebastelt, experimentiert und Wissen vermittelt. All dies erweitert den Erfahrungshorizont der Kinder und fördert ihre Selbstständigkeit. Neben Kompetenzen, die erworben, gefördert und angewendet werden (z. B. soziale Kompetenzen), werden Kenntnisse und Fähigkeiten in geistiger, motorischer und körperlicher Entwicklung sowie in den Bereichen Kunst und Kreativität, Natur und Umwelt, Lebenspraxis, Philosophie und Werte erweitert. Grundkenntnisse zu einem bestimmten Thema werden vermittelt und Interesse sowie Freude an selbstständigem, lebenslangem Lernen geweckt.
Wie geht das? Was ist zu beachten?
Arbeit mit Kindern kann entweder in der Schule oder Kita stattfinden, nachmittags oder zur Ferienzeit. Vorlesen, basteln, musizieren, Essen zubereiten, Ausflüge machen, Spiele spielen, Kino, Konzerte, Turniere, Kurse, Workshops, Hausaufgabenhilfe, Wissen vermitteln; Vieles ist möglich.
Durch Beobachtung der Kinder findet ihr Themen, die sie beschäftigen oder interessieren, z. B. wenn sie anfangen, Fragen zu stellen. Durch gezielte bzw. neue Impulse könnt ihr natürlich auch das Interesse der Kinder wecken. Dabei kann es sich um eine Farbe, ein Material oder ein komplexeres Thema wie Berufe oder Jahreszeiten handeln. Die Kinder sollen von euren gesammelten und vorgestellten Projektvorschlägen entscheiden, welche sie bearbeiten wollen, und ihre Ideen mit einbringen. Wurde sich für ein Thema entschieden, ermittelt offene Fragen und den Wissensstand der Kinder! Mit einer ersten Lektüre zum Thema oder im Rahmen von Gesprächen mit den Kindern können sie weitere Ideen einbringen. Während des Projekts kann sich das Interesse oder der Fokus der Kinder verändern, weshalb es gut vorkommen kann, dass es nie abgeschlossen wird. Das macht aber nichts, denn der Weg ist das Ziel!
Es sollten möglichst alle Bildungs- und Entwicklungsbereiche mit einbezogen werden. Durch eine ausführliche Planung können die einzelnen Bildungs- und Entwicklungsziele durch mehrere ineinander verzahnte Aktivitäten für alle Kinder eine Möglichkeit des Lernens darstellen. Unterstützt die Heranwachsenden in ihrer sozialen, geistigen, sprachlichen, motorischen und/oder körperlichen Entwicklung! Beschäftigt euch mit ihnen, beobachtet ihre Verhaltensweisen, analysiert diese und entwickelt Maßnahmen, um sie gezielt zu fördern! Ihr könnt eine Liste führen mit den projektbezogenen Stärken, Fähigkeiten und möglichen Förderchancen der jeweiligen Kinder.
Bindet ihr die Eltern in das Projekt mit ein, bekommt ihr zum einen einen besseren Zugang zum Sozialleben vor Ort und zum anderen können sie zu Hause Gesprächsanlässe zum Projektthema bieten, z. B. durch Nachfrage zum Erlebten oder durch passende Abendlektüre. Praktisch kann die Mithilfe der Eltern auch bei der Begleitung von Ausflügen oder bei der Vorbereitung eines Festes sein.
Bietet einen abwechslungsreichen Mix an Tätigkeiten und Aktivitäten an, z. B. Basteln (Feinmotorik), Lesen thematisch passender Bücher (Sprachförderung), Kreisspiele und Mitmachlieder (Bewegung) und Fotografieren mit Kamera (Lernen mit Medien). In Bildungsprozesse dürft ihr nicht unreflektiert eingreifen. Lasst eure Kinder selbst Lösungen erarbeiten und lasst sie ihre Welt mit allen Sinnen erkunden! Zur Mitte oder gegen Ende des Projekts könnt ihr größere Aktivitäten wie Feste oder Ausflüge durchführen. Nicht nur die Eindrücke könnt ihr jeweils nach den einzelnen Aktivitäten mit den Kindern besprechen und bearbeiten, auch ihre Interessen, Beteiligung, neue Fragestellungen und entstandene Hindernisse. Das könnt ihr dann für den weiteren Projektverlauf beachten.
Generell sollte Reflexion nicht am Ende des Projekts, sondern bereits währenddessen geschehen. Was lief gut/verbesserungswürdig? Wie war die Dauer? Wurden die Kompetenzen der Kinder gestärkt? Sind die Kinder selbstständig auf Lerninhalte und Themenfelder zugegangen? Konnten sie ihr Wissen und ihre Stärken einbringen?
Zum Abschluss des Projekts könnt ihr eine Veranstaltung durchführen, z. B. eine Ausstellung der Basteleien, eine Aufführung oder ein Fest. Die Kinder sollten am Ende auch noch einmal die Chance haben, das Projekt zu bewerten.
Was brauche ich dafür?
Folgende wichtige Eigenschaften solltet ihr für die Arbeit mit Kindern haben: Geduld, Besonnenheit, Einfühlungsvermögen, Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Deeskalationsfähigkeit und Kreativität. Vorteilhaft ist es, bereits vielfältige Erfahrung mit Kindern der jeweiligen Altersgruppe gemacht zu haben. Viel wichtiger ist jedoch eine liebevolle, aufmerksame Betreuung.
Ihr müsst die Bedürfnisse der Kinder erkennen und euch darauf einlassen! Erfüllt ihre Grundbedürfnisse! Gebt ihnen Begleitung, Schutz, Geborgenheit, emotionale Sicherheit und Verlässlichkeit!
Versucht, ihre Probleme zu erkennen! Arbeitet ihr mit ihnen, werdet ihr auch immer gleichzeitig ein Ansprechpartner für schulische und private Probleme sein, z. B. bei Stress mit Eltern oder Freunden.
Wichtige Abwägungen
Überlegt, was ihr den Kindern zumuten könnt, sowohl psychisch als auch physisch! Denkt daran, dass Kinder sich nur geringe Zeit lang konzentrieren können, viel Spiel und Spaß brauchen und manche körperlich nicht allzu belastbar sind! Es kann welche geben, die zu etwas nicht in der Lage oder bereit sind. Sie können individuell sehr unterschiedlich in ihrer Entwicklung sein. Es ist immer gut, einen Plan B parat zu haben. In jedem Fall sollte jedes Kind die Möglichkeit haben, sich mit seinen Stärken und Interessen einzubringen. Dabei sollte das Mitwirken immer auf Freiwilligkeit beruhen.
Überlegt euch, auf welche Altersgruppe euer Projekt abzielt und ob ihr eine altersgemischte oder -homogene Gruppe haben und ob ihr eure Gruppe in Kleingruppen aufteilen wollt, die bestimmte Bereiche bearbeiten. Jede Möglichkeit hat ihre Vor- und Nachteile. Bei letzterer benötigt ihr z. B. mehr Betreuer.
Ihr als Verein oder Einzelperson könnt Mitglied werden im ABA Fachverband, der sich mit offener Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Dort bekommt ihr fachliche Unterstützung in Form von Beratung, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Bei den vielen Projekten könnt ihr euch Anregungen holen.
Seite zur Arbeit mit Kindern vom Westermann-Verlag
Der Bildungsmedienverlag Westermann hat zur Arbeit mit Kindern eine Seite eingerichtet mit Spielideen, Rätseln, Bilder- und Audiogeschichten, Märchen, Malvorlagen, Musikideen und Bastelvorschlägen. Ein tolles Portal, um euch Ideen und Anregungen zu holen!
Praktische Vorlagen für eure Projektplanung findet ihr auf auf der Seite der Firma Betzold, welche sonst Bildungsmaterialien verkauft. Hier gibt es auch Projektvorschläge zu tollen Themen.
Projektideen holen könnt ihr euch auch auf der Webseite des Heftes Entdeckungskiste. Dort bekommt ihr nämlich Praxisimpulse für Projekte mit Kita- und Schulkindern. Viele ausführliche Projektbeschreibungen sind dort kostenlos verfügbar.